20.04.2026
Hochsee

Globe40: Lisa Berger und Jade Edwards-Leaney beenden Weltumseglung auf Rang sechs

© Jean-Marie LIOT / Globe40

Einmal um die Welt, über mehrere Ozeane, durch alle Klimazonen – und das unter Rennbedingungen: Die Globe40 zählt zu den anspruchsvollsten Offshore-Regatten im internationalen Segelsport. Mit Lisa Berger und ihrer Co-Skipperin Jade Edwards-Leaney stellte sich auch ein österreichisch geführtes Projekt dieser Herausforderung – und beendet die Weltumseglung nach 227 Tagen auf See auf dem starken sechsten Gesamtrang.

227 Tage auf See – Zielankunft in Lorient

Am 19. April 2026 erreichte das Duo auf ihrer Class40 „Wilson“ den Zielhafen in Lorient und schloss damit eine Regatta ab, die sie einmal rund um den Globus geführt hat. Die letzte Etappe von Recife nach Frankreich absolvierte das Team in 20 Tagen, 13 Stunden und 56 Minuten.

Insgesamt legten Berger und Edwards-Leaney im Verlauf der sechs Etappen mehrere zehntausend Seemeilen zurück – unter Bedingungen, die von tropischer Hitze bis zu schweren Stürmen reichten.

Konstanz als Schlüssel zum Erfolg

Der sechste Gesamtrang ist das Ergebnis einer konstant starken Leistung über alle Etappen hinweg. Mehrfach gelang es dem Team, sich im Spitzenfeld zu platzieren und enge Duelle für sich zu entscheiden. Besonders bemerkenswert ist dabei die Entwicklung über die gesamte Regatta: Mit zunehmender Renndauer fand das Team immer besser in seinen Rhythmus und konnte sich stabil im vorderen Mittelfeld behaupten.

Innerhalb der älteren „Class40“-Generation, den sogenannten Pointer-Booten, gehörte „Wilson“ sogar zu den stärksten Booten im Feld.

Starkes Ergebnis trotz strukturellem Nachteil

Das Projekt rund um Lisa Berger war im Vergleich zur Konkurrenz mit deutlich geringeren Mitteln ausgestattet. Während viele Teams auf neueste Bootsgenerationen und umfangreiche Budgets zurückgreifen konnten, setzte Berger auf ein älteres Boot aus dem Jahr 2010, das in Eigenregie vorbereitet und optimiert wurde.

Die zweieinhalbjährige Vorbereitung war geprägt von viel Eigenleistung und einem klaren Fokus auf Effizienz. Umso höher ist die sportliche Leistung einzuordnen, sich unter diesen Voraussetzungen gegen ein international stark besetztes Feld durchzusetzen.

Extreme Bedingungen auf allen Ozeanen

Die Globe40 verlangte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowohl physisch als auch mental alles ab. Die Route führte unter anderem über den Südatlantik, rund um Kap Hoorn und durch die wechselhaften Wetterzonen der Tropen.

Neben anspruchsvollen Wind- und Wellenbedingungen gehörten auch Reparaturen auf hoher See zum Alltag. Gerade die Passagen im Süden stellten eine besondere Herausforderung dar und gelten als entscheidende Momente der Regatta.

Mehr als nur ein Ergebnis

Mit dem sechsten Gesamtrang erreicht Lisa Berger eines der besten Resultate eines österreichischen Projekts in einer internationalen Offshore-Regatta dieser Größenordnung. Gleichzeitig steht das Projekt auch für einen modernen Zugang zum Segelsport: transparent, nahbar und mit starker Kommunikation nach außen.

Über Social Media konnte das Team eine breite Community aufbauen, die die Reise rund um den Globus aktiv mitverfolgt hat.

Blick nach vorne

Nach der erfolgreichen Globe40 richtet sich der Fokus bereits auf kommende Herausforderungen. Für Lisa Berger könnte der nächste große Schritt in Richtung Einhand-Weltumseglung gehen – ein weiteres ambitioniertes Kapitel im internationalen Offshore-Segelsport.

Mit Rang sechs bei der Globe40 hat das Team Berger/Edwards-Leaney jedenfalls eindrucksvoll gezeigt, was mit konsequenter Vorbereitung, Durchhaltevermögen und sportlichem Anspruch möglich ist.

 

Folge Lisa Berger auf ihren Abenteuern auf Instagram @leezayo und auf Facebook @LisaBergerSailing.

Jean-Marie LIOT / Globe40
Jean-Marie LIOT / Globe40
Jean-Marie LIOT / Globe40
Jean-Marie LIOT / Globe40