12.08.2026
Hochsee

Harter Auftakt bei der ORC-EM: DIXI 5 und Garmin Team Pro4u gewinnen Langstrecke

20 bis 30 Knoten Wind, kurze steile Wellen und eine Nacht auf der Ostsee: DIXI 5 und Garmin Team Pro4u haben die anspruchsvolle Langstrecke zum Auftakt der ORC-Europameisterschaft in Klaipėda gewonnen.

Die erste gewertete Wettfahrt der ORC-Europameisterschaft in Klaipėda wurde zum Härtetest für Crews und Material. Die Klassen A und B absolvierten einen rund 240 Seemeilen langen Kurs, während die Klasse C über 195 Seemeilen geschickt wurde. Da die Langstreckenwertung nicht gestrichen werden kann, hatte das Ergebnis besondere Bedeutung für den weiteren Verlauf der Titelkämpfe.

Über weite Strecken herrschten 20 bis 30 Knoten Wind. Auf den Vorwindkursen erreichten einige Boote Geschwindigkeiten von mehr als 20 Knoten. Die langen Kreuzpassagen durch die Nacht verlangten den Crews bei kurzen und steilen Ostseewellen hingegen körperlich alles ab.

DIXI 5 gewinnt die Klassen A und B

Den Sieg in der zusammengefassten Wertung der Klassen A und B holte die dänische XR-41 DIXI 5 rund um Skipper Erik Stannow. Das Team absolvierte die 240 Seemeilen in etwas mehr als 26 Stunden und gewann nach berechneter Zeit mit 57 Minuten und acht Sekunden Vorsprung.

Den zweiten Platz belegte die litauische Italia 11.98 RHINO von Saulius Pajarskas. Gleichzeitig war sie das beste Corinthian-Team. Rang drei ging an die estnische Ecoracer 44 CLEAN ENERGY von Mati Sepp.

Die schwedische Ker 40 NEMO ROSSO überquerte nach 25 Stunden und 55 Minuten als erstes Boot der Klassen A und B die Ziellinie und sicherte sich damit die Line Honours.

Nur 2:23 Minuten entscheiden die Klasse C

Deutlich knapper fiel die Entscheidung in der Klasse C aus. Garmin Team Pro4u gewann nach berechneter Zeit mit lediglich zwei Minuten und 23 Sekunden Vorsprung auf die litauische DIA.

Die schwedischen Titelverteidiger*innen segeln eine modifizierte First 36.7 und benötigten für den 195 Seemeilen langen Kurs rund 26 Stunden. DIA erreichte das Ziel bereits nach 24 Stunden, 39 Minuten und 29 Sekunden und gewann damit die Line Honours der Klasse C. Nur eine Minute und 59 Sekunden später folgte Arabela-Citadele.

Den dritten Rang nach berechneter Zeit belegte die deutsche MAT 1010 MATCHBOX.

Drei Boote geben vorzeitig auf

Drei Yachten mussten die Langstrecke vorzeitig beenden. Zwei Teams meldeten technische Probleme, ein weiteres Boot lief nach der Verletzung eines Crewmitglieds einen Hafen an. Die Verletzung wurde laut Wettfahrtleitung als nicht schwer eingestuft.

Zu den Ausfällen zählte die schwedische X-41 Joint Venture 4.0. Nachdem ihr Vorsegel gerissen, repariert und erneut gesetzt worden war, riss es ein zweites Mal und wickelte sich um das Ruder. Die Crew benötigte mehr als eine Stunde, um das Segel zu entfernen, und entschied sich anschließend für die Aufgabe.

Nach mehr als 24 anspruchsvollen Stunden auf der Ostsee wurde der Beginn der folgenden Wettfahrten um zwei Stunden nach hinten verschoben. Die Europameisterschaft wird mit Windward-Leeward-Rennen vor Klaipėda fortgesetzt und endet am 15. August.

Ergebnisse der Langstrecke

Klasse AB:

  1. DIXI 5 – Erik Stannow (DEN), XR-41
  2. RHINO – Saulius Pajarskas (LTU), Italia 11.98
  3. CLEAN ENERGY – Mati Sepp (EST), Ecoracer 44

Klasse C:

  1. Garmin Team Pro4u – Patrik Forsgren (SWE), modifizierte First 36.7
  2. DIA – Tauras Rymonis (LTU), Neo 350
  3. MATCHBOX – Eile Claas Carmincke (GER), MAT 1010

Offizieller Bericht und vollständige Ergebnisse des ORC

Fotos der ORC-Europameisterschaft

Fotos: Janis Spurdzins / Domas Rimeika