04.04.2026
Spitzensport

Olympiasieger Bontus holt bei Comeback-Regatta Bronze

Formula Kite-Olympiasieger Valentin Bontus hat sein fulminantes Regatta-Comeback mit der Bronzemedaille gekrönt. Der Niederösterreicher präsentierte sich bei der Trofeo Princesa Sofia vor Palma de Mallorca knapp ein Jahr nach seiner Knieverletzung bereits wieder in Topform und errang – wie schon 2025 – den dritten Rang. Einen starken Finaltag haben auch Keanu Prettner/Jakob Flachberger hingelegt: Das 49er-Duo gewann das erste der beiden Medal Races, legte einen sechsten Rang nach – und verbesserte sich auf den siebenten Gesamtrang. Für die beiden Salzburger ist es die bislang beste Platzierung vor Palma. Österreichs drittes Boot am Finaltag, die Nacra 17-Paarung Laura Farese/Matthäus Zöchling, ging in der Entscheidung zu hohes Risiko ein und musste sich schlussendlich mit Rang zehn zufriedengeben. Das Nationalteam des Österreichischen Segel-Verbands wird die Regattasaison 2026 ab 18. April beim Sailing-Grand-Slam-Bewerb vor Hyères, Frankreich, fortsetzen.

© Sailing Energy/Trofeo Princesa Sofia

Valentin Bontus hat bei seiner Comeback-Regatta nach knapp einjähriger Verletzungspause wieder auf allen Linien überzeugt: Über die ganze Woche hinweg lag der Athlet vom Yacht Club Podersdorf immer in den Top-4, stets in Schlagdistanz zur Spitze. Am Schlusstag stieg der 25-Jährige ins Semifinale ein, das er souverän gewann und das ihm die Medaillenentscheidung gegen Max Maeder (SGP), Riccardo Pianosi (ITA) und Noah Runciman (USA) einbrachte. Dort warf Bontus noch einmal alles in die Waagschale, konnte aber Maeders vierten Trofeo-Princesa-Sofia-Sieg in Folge nicht verhindern.

„Ich habe heute eindrucksvoll an meine Medal-Series-Erfolge anschließen können. Die Leistung im Semifinale war top. Im Finale habe ich um mehr gekämpft, alles versucht – aber für Max Maeder war es diesmal einfach nicht genug“, so der Niederösterreicher. Die Comeback-Bilanz fällt für ihn insgesamt positiv aus: „So eine Rückkehr und gleichzeitig so ein Saisonauftakt machen Spaß und geben viel Selbstvertrauen für die kommenden Herausforderungen. Ich habe schon sehr viele positive Takeaways von den letzten Tagen, aber auch ein paar Punkte, die verbessert gehören. Bis Hyères (ab 18. April; Anm.) ist nicht viel Zeit – aber ausreichend, um nachzubessern und am Feinschliff zu arbeiten.“

Sieg im ersten Medal Race ermöglicht bestes Palma-Ergebnis
Im Vorjahr waren Keanu Prettner/Jakob Flachberger knapp am Einzug ins Medal Race gescheitert – heuer hievte sich das Salzburger Duo mit drei Podiumsplätzen in der Goldfleet souverän in die Top-10. Am Finaltag zeigte die Paarung vom Union Yacht Club Wolfgangsee noch einmal ordentlich auf, gewann das erste Rennen und holte im zweiten Race Platz sechs. Damit verbesserten sich die beiden Salzburger auf den siebenten Gesamtrang und ersegelten ihr bestes Palma-Ergebnis.

„Wir sind insgesamt sehr happy – für mehr hätten wir bereits in der Qualifikation besser segeln müssen, da haben wir zu viele Punkte hergeschenkt und die Chance auf ganz vorne vergeben. Grundsätzlich war aber die gesamte Regatta sehr positiv. Wir haben das Set-up etwas umgestellt, ähnliche Einstellungen wie im Vorjahr vorgenommen und das hat am Ende viel besser funktioniert. Hyères, die nächste Grand-Slam-Etappe, ist gleich mal da und da soll es noch einmal ein Stück weiter nach vorne gehen“, sagt Steuermann Keanu Prettner.

Farese/Zöchling nehmen zu viel Risiko
Laura Farese und Matthäus Zöchling konnten sich am Finaltag der Nacra-17-Konkurrenz nicht mehr entscheidend in Szene setzen. Das Duo vom Union Yacht Club Neusiedlersee musste im Kampf um die Medaillen – 18 Punkte betrug der Rückstand – „all in“ gehen. „Das Risiko hat sich nicht bezahlt gemacht. In der ersten Wettfahrt sind wir gut gestartet, dann haben wir als eines der ersten Boote auch gefoilt – aber nach der ersten Wende hat etwa ein halber Knoten gefehlt, sodass wir nicht wieder anfoilen konnten. Das war leider etwas Pech. Im zweiten Race haben wir die falsche Seite erwischt“, berichtet Vorschoter Matthäus Zöchling.

Damit blieben dem Duo nur die Ränge acht und neun. In der Gesamtwertung rutschte die Burgenland-Paarung auf den zehnten Platz zurück. Dennoch zieht Zöchling ein positives Fazit: „Wir haben gezeigt, dass wir in allen Bedingungen mit den Top-Booten mitfahren können und auch sehr schnell sind. Wir haben Podiumsplätze herausgefahren, eine Wettfahrt gewonnen – wir sind absolut dabei. Insgesamt waren es dann zu viele kleine Fehler, die es verhindert haben, dass wir um die Medaillen mitsegeln. Aber im Großen und Ganzen sind wir mit der Performance von unserer ersten Regatta in diesem Jahr zufrieden. Ein paar Dinge gibt es zu analysieren und schon für Hyères (Sailing-Grand-Slam-Regatta ab 18. April; Anm.) zu adaptieren, damit wir dort noch näher an die Spitzenplätze heranrücken.“

Bilanz von OeSV-Sportdirektor Matthias Schmid: "Unser Ziel ist es immer, an einem Finaltag mit so vielen Athlet:innen bzw. Booten wie möglich eine Chance auf eine Medaille zu haben. Hier in Palma ist uns das in drei Klassen gelungen – und in einer haben wir Bronze geholt. Wir liegen damit im Plan – vielleicht nicht darüber, aber definitiv auch nicht darunter. Palma ist für uns ein erstes Antasten, um zu sehen, wo wir stehen, und es zeigt: Wir sind dran an den Medaillen. Gleichzeitig dürfen wir nicht vergessen, dass auch viele unserer Athlet:innen aus den nächsten beiden Generationen kommen. Für sie geht es bei dieser ersten Sailing Grand Slam Regatta noch nicht um Ergebnisse, sondern einerseits darum, sich optimal für eine mögliche Olympia-Qualifikation 2028 vorzubereiten, und andererseits – ein paar Segler:innen haben überhaupt erst ihr Grand Slam-Debüt gegeben und sind in einem Prozess für 2032 und darüber hinaus – Erfahrung zu sammeln und zu lernen."

Trofeo Princesa Sofia
Sailing Grand Slam-Regatta
>>> Eventwebsite

Formula Kite
1. Max Maeder SGP (1/2/4/(5)/1/1/2/(8)/5/5/4/1/1/2/(10)/1)
3. Valentin Bontus (2/3/2/(15)/4/2/3/6/1/1/7/12/3/(23)/(16)/14)

Nacra 17
1. Järudd/Jonsson SWE 20 (13/5/2)
10. Laura Farese/Matthäus Zöchling 56,2 (39,20/8/9)

49er
1. Snow/MacDiarmid USA 27 (1/7/(22)/1/1/12/5)
8. Keanu Prettner/Jakob Flachberger 54 (20/18/3/3/(22)/3/7)
93. Keno Pulte/Leo Übelhör 191 (98/28/20/19/27/27)
101. Ferdinand Steffan/Jonah Maier 252 (101/34/39-RET/39-DNS/DNF-39/DNF-39)