11.03.2026
Spitzensport

Olympiasieger Bontus startet in Comeback-Saison

Was Chile für die schnellfahrenden Alpin-Asse oder Brasilien für die Beachvolleyballer:innen ist Mallorca für die Formula Kite-Elite. Valentin Bontus holt sich ebendort den Feinschliff für die Comeback-Saison nach seiner schweren Knieverletzung. Die Form stimmt, die Suche nach dem schnellsten Material läuft auf Hochtouren – und das erste Erfolgserlebnis konnte auch schon verbucht werden.

© OeSV/Dominik Matesa

Es kribbelt schon. Noch zwei Wochen, dann nimmt die Formula Kite-Saison 2026 wieder richtig Fahrt auf. Fast so traditionell wie das finale Vorbereitungscamp auf Mallorca – übrigens gemeinsam mit den heimischen Segel-Assen – ist die Trofeo Princesa Sofia Palma (27. März bis 4. April 2026) als erster Race-Termin im Kalender. „Man spürt schön langsam die Aufregung vor der Saison, aber das gehört dazu und ist auch bei den anderen Top-Fahrern so. Jeder schaut, dass er seine Hausaufgaben erledigt, lässt sich nicht mehr in die Karten schauen“, weiß Valentin Bontus, der im Vorjahr mit Rang drei in Palma sein bislang bestes Weltcup-Ergebnis geholt hat. Ehe die Saison durch einen Kreuzbandriss jäh gestoppt wurde.

Heute, knapp ein Jahr später, sagt der 25-Jährige: „Ich lebe nach dem Motto: Alles hat einen Sinn. Ich bin heute körperlich fitter denn je, der gesamte Heilungsprozess ist optimal verlaufen und das Beste ist, dass ich beim Kiten nie das Bedürfnis habe an das Knie zu denken.“ Erst recht nicht, wenn der Olympiasieger von 2024 in den Race-Modus schaltet. Im letzten Trainingslager in Fuerteventura organisierten die Trainer eine Coaches Regatta, bei der von Singapur bis Italien viele Top-Nationen am Start waren. Bontus: „Ich bin super Rennen gefahren, konnte mit den Besten voll mithalten und das Finale gewinnen. Der Speed ist da und der Spaß auch, erst recht, wenn man am Ende ganz oben steht.“

Suche nach dem Set-Up
Was auch Beleg dafür ist, dass das Material passt. Noch hat der Niederösterreicher sein Set-Up aber nicht komplett beisammen. Auf Mallorca wurden zum Beispiel viele Schirme getestet, um das schnellste Material für die Renneinsätze in diesem Jahr herauszufiltern. „Bei den Foils sind wir schon sehr weit, da haben wir für die unterschiedlichen Reviere das richtige Material. Aber bei den Schirmen, speziell bei den großen, geht es noch darum, dass wir die richtigen Bedingungen für die unterschiedlichen Größen haben, um auch hier perfekt vorbereitet zu sein.“

Der Fokus liegt in dieser Saison auf den beiden Großereignissen: der Weltmeisterschaft im portugiesischen Viano do Castlo, gut eine Autostunde nördlich von Porto, im Mai und der Europameisterschaft im türkischen Akyaka Anfang September. „Die WM ist recht rasch da, aber ich möchte dort super abschneiden und um die Medaillen mitfahren. Hoffentlich kann ich mit einem guten Start in die Saison gleich viel Selbstvertrauen für den ersten Höhepunkt mitnehmen.“

Brief an den Weltverband
Und dann sind ja da auch noch die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles, die Bontus beschäftigen. Aktuell vor allem in seiner Funktion als Athlet:innensprecher für die Formula Kite. Denn das Test-Event für die Weltmeisterschaft 2027 im brasilianischen Fortaleza, wo die ersten Quotenplätze vergeben werden, stand im Zeichen von Pleiten, Pech und Pannen.

„Die Situation vor Ort war sehr schwierig, weil der starke Regen das Wasser extrem verschmutzt hat und zudem viel Dreck drinnen war. Dadurch gab es Stürze und es wurden viele Athlet:innen krank. Das ist für uns bei einem Olympic Qualifier so nicht akzeptabel“, hat Bontus einen Brief an die Verantwortlichen beim Weltverband World Sailing verfasst, unterschrieben von den Athlet:innen, die vor Ort waren. „Es ist wichtig, dass wir jetzt unsere Stimme erheben, hier geht es immerhin um Olympia!“