Lara Vadlau: Reha macht weitere Fortschritte – Vorfreude auf neues Olympia-Boot wächst
Olympiasiegerin Lara Vadlau arbeitet sich weiter Schritt für Schritt zurück in den Spitzensport. Rund acht Monate nach ihrer komplexen Knieoperation mit Knorpelzelltransplantation, Meniskustransplantation und Kreuzbandrekonstruktion absolviert die Kärntnerin weiterhin ein intensives Reha-Programm. Die Fortschritte bleiben klein, sind aber kontinuierlich. Gleichzeitig laufen im Hintergrund bereits die Vorbereitungen auf die gemeinsame Olympia-Kampagne mit ihrem Vorschoter Niklas Haberl.

„Der volle Fokus liegt jetzt wieder auf der Rückkehr. Mein zweites Buch (Anm.: „Die Alterslüge“) ist richtig gut gelaufen, aber momentan dreht sich alles um die Reha“, sagt Vadlau. Dafür pendelt die Olympiasiegerin derzeit regelmäßig zwischen dem Olympiazentrum Kärnten in Klagenfurt und dem Medizinzentrum Alser Straße (mza) in Wien. „Ich trainiere zweimal am Tag und versuche einfach, jeden Tag einen kleinen Schritt nach vorne zu machen.“
Neues Boot steht bereit
Während Vadlau an ihrer Rückkehr arbeitet, kümmert sich Vorschoter Niklas Haberl um die nächsten sportlichen Schritte. In den vergangenen Wochen holte er das neue 470er-Boot in Hamburg bei der Wert Ziegelmayer ab und ließ die Masten vermessen.
„Das macht mich natürlich unglaublich glücklich. Niki hat das Boot abgeholt und die Masten vermessen. Ich bin ihm sehr dankbar, dass er sich um all diese Dinge kümmert, während ich mich voll und ganz auf meine Reha konzentrieren kann.“ Die Vorfreude auf das neue Material sei entsprechend groß. „Ganz ehrlich: Es macht es fast schwieriger. Es juckt schon ordentlich in den Fingern, wenn ich weiß, dass das neue Boot bereitsteht.“
Einen konkreten Termin für ihre Rückkehr ins Cockpit gibt es dennoch weiterhin nicht. „Dass ich in den nächsten Monaten wieder im Boot sitzen kann, halte ich grundsätzlich für realistisch. Aber ich kann keinen Zeitrahmen nennen, weil ich ihn selbst noch nicht kenne.“
„Der Knorpel braucht einfach Zeit“
Erst vor wenigen Tagen stand für Vadlau die nächste Kontrolle bei ihrem Operateur, Sportarzt und Kniespezialisten Dr. Jürgen Mandl in Graz auf dem Programm. Zusätzlich erhielt die Olympiasiegerin eine Eigenblutunterspritzung, die Entzündungsreaktionen im Knie reduzieren und den Heilungsverlauf unterstützen soll.
„Dr. Mandl ist mit dem Verlauf sehr zufrieden. Gleichzeitig hat er mir wieder ganz klar gesagt, dass ich vorsichtig bleiben muss. Der Knorpel braucht einfach Zeit, um vollständig einzuwachsen.“
Dass sich dieser Prozess nicht beschleunigen lässt, sei von Beginn an klar gewesen.
„Er hat mich schon am Anfang darauf vorbereitet, dass das eine längere Geschichte wird. Genauso ist es jetzt auch. Deshalb kann ich leider noch nicht alles machen, was ich gerne machen würde.“
Die Beweglichkeit des operierten Knies verbessert sich dennoch langsam weiter. „Ich bin mittlerweile bei rund 140 Grad Beugung. Da tut sich nur ganz, ganz wenig. Das ist wirklich Millimeterarbeit.“
Auch der Muskelaufbau verläuft planmäßig. „Ich mache inzwischen wieder Kniebeugen, allerdings nur mit sehr wenig Gewicht. Der axiale Druck auf das Knie darf wegen des Knorpels noch nicht zu groß werden. Aber der Muskel wächst. Langsam, aber er wächst. Das ist für mich momentan das Wichtigste.“
Neben Krafttraining stehen weiterhin zahlreiche Radeinheiten auf dem Programm. „In Kärnten fahre ich viel Rad, bin in der Kraftkammer und trainiere zweimal täglich. Das funktioniert derzeit richtig gut.“
Kleine Schritte, großes Ziel
Die intensive Rehabilitation verlangt der Olympiasiegerin weiterhin viel Geduld ab. Trotzdem überwiegt mittlerweile die Zuversicht. „Natürlich gibt es Ups und Downs. Manchmal denke ich mir, dass ich noch überhaupt nichts machen kann. Dann merke ich wieder, dass eigentlich schon ziemlich viel möglich ist. Ich versuche, mich genau darüber zu freuen.“
Dass sie diesmal bewusst nichts überstürzen möchte, hat einen einfachen Grund. „Wenn ich daran denke, noch einmal operiert werden zu müssen, fällt mir Geduld plötzlich gar nicht mehr so schwer. Die Schmerzen nach der Operation und die Zeit auf Krücken brauche ich wirklich kein zweites Mal.“
Gemeinsam mit ihrem medizinischen Team verfolgt Vadlau deshalb konsequent einen langfristigen Plan. „Ich habe hervorragende Experten um mich herum und vertraue ihnen vollkommen. Deshalb versuche ich diesmal wirklich, nichts zu erzwingen. Es geht Schritt für Schritt voran – und genau so soll es auch sein.“
Auch wenn der Zeitpunkt ihres sportlichen Comebacks weiterhin offen ist, bleibt das Ziel unverändert: vollständig gesund zurückzukehren und gemeinsam mit Niklas Haberl die nächsten Schritte in Richtung Olympische Spiele 2028 zu setzen.
Lara Vadlau bei STÖCKL
Wer mehr über Lara Vadlau und ihr aktuelles Buch „Die Alterslüge“ erfahren möchte, kann das beim spannenden Nighttalk mit Barbara Stöckl auf ORF erleben. STÖCKL am Donnerstag (16.7.) ab 23 Uhr in ORF 2 und bereits ab 20 Uhr auf ORF ON.



