23.08.2026
Spitzensport Breitensport

Temporausch vor Sassnitz: SailGP liefert spektakulären Rekordtag

13 Teams, eine ausverkaufte Kulisse und Bedingungen am Limit: Beim Germany Sail Grand Prix vor Sassnitz wurde aus der angekündigten Rekordjagd ein spektakulärer Renntag mit fünf verschiedenen Siegern, schweren Abflügen und einer neuen Bestmarke.

Schon vor dem ersten Start deutete alles auf ein außergewöhnliches SailGP-Wochenende hin. Für die Rennen vor Sassnitz waren sämtliche 13.000 Zuschauerplätze ausverkauft, auf dem Wasser trafen 13 Teams auf ein Revier, das bereits im Vorjahr für Höchstgeschwindigkeiten gesorgt hatte.

2025 hatte ROCKWOOL Racing vor der deutschen Ostseeküste mit 103,93 km/h einen neuen SailGP-Rekord aufgestellt. Angesichts der angekündigten Starkwindbedingungen rechneten die Teams diesmal mit noch höheren Geschwindigkeiten. Die dänische Crew hielt sogar mehr als 105 km/h für möglich.

Auch sportlich versprach der Germany Sail Grand Prix große Spannung. Die australischen BONDS Flying Roos reisten als Gesamtführende an, während Spanien nach zwei Siegen in Folge den Rückstand in der Saisonwertung verkürzt hatte. Das deutsche Team ging als Gesamtachter in sein Heimrennen.

Sechs Rennen, fünf Sieger

Sassnitz erfüllte die hohen Erwartungen bereits am ersten Wettkampftag. In sechs Rennen setzten sich fünf unterschiedliche Teams durch. Australien gewann zwei Läufe, während Neuseeland, Frankreich, Deutschland und Spanien jeweils einen Rennsieg feierten.

Besonders umjubelt wurde der Erfolg des deutschen Teams. Trotz eines verhaltenen Starts und einer zwischenzeitlichen Strafe kämpfte sich die Crew zurück an die Spitze und brachte den Sieg vor dem Heimpublikum ins Ziel.

Gleichzeitig zeigte der Renntag, wie schmal der Grat zwischen maximaler Geschwindigkeit und Kontrollverlust ist. Mehrere Teams verloren ihre Foils oder Ruderkontrolle, fielen abrupt von den Tragflächen und mussten spektakuläre Stürze abfangen. ROCKWOOL Racing erwischte es besonders heftig: Nach einer Hochgeschwindigkeitsfahrt bohrte sich der F50-Katamaran bei einem sogenannten „Nosedive“ mit dem Bug ins Wasser.

Und dann fiel die entscheidende Marke

Im sechsten und letzten Rennen des Tages gingen Frankreich, Dänemark und Spanien nahezu gleichzeitig auf maximale Geschwindigkeit. Alle drei Teams übertrafen den bisherigen Rekord von 103,93 km/h.

ROCKWOOL Racing erreichte 106,79 km/h, Spanien kam auf 106,55 km/h. Doch eine Crew war noch schneller: DS Team France beschleunigte seinen F50 auf 107,63 km/h und stellte damit einen neuen SailGP-Geschwindigkeitsrekord auf.

Zum Rennsieg reichte die historische Fahrt allerdings nicht. Nach einem starken Comeback überholte Spanien die französische Crew und gewann den Lauf. Frankreich musste sich trotz Rekordgeschwindigkeit mit Platz zwei begnügen.

Vor dem Finaltag führt Neuseeland die Gruppe A mit zwölf Punkten an, nur einen Punkt vor Frankreich. In Gruppe B liegen die australischen Flying Roos mit zehn Punkten knapp vor Artemis. Da für den Sonntag erneut kräftiger Wind und vergleichsweise flaches Wasser erwartet werden, könnte selbst die neue Bestmarke noch einmal in Gefahr geraten.

World-Sailing-Vorschau zum Germany Sail Grand Prix

World-Sailing-Bericht über den ersten Renntag

(c) Felix Diemer for SailGP
© SailGP
© Ricardo Pinto for SailGP