19.05.2026
Segelsport Breitensport

Internationale Felder, starke Österreicher*innen: Die Traunsee Woche 2026 ist entschieden

Das Wetter zeigte sich bei der 22. Traunseewoche von seiner launischen Seite. Regenfronten, Flautenlöcher und lange Wartezeiten gehörten ebenso dazu wie kräftiger Südwind, Abendthermik und strahlende Gesichter nach geglückten Wettfahrten. Genau das macht den Reiz dieser Veranstaltung aus: fünf Clubs, zahlreiche Klassen, internationale Felder und Segler*innen, die Geduld fast genauso gut beherrschen müssen wie den perfekten Start.

Mit mehreren internationalen österreichischen Meisterschaften, Schwerpunktregatten und hochkarätigen Klassen bestätigte die Traunsee Woche einmal mehr ihren Ruf als eine der größten Binnenseeregatten Europas. Gesegelt wurde in Ebensee, Gmunden, Altmünster und Traunkirchen - und bis zuletzt blieb es spannend.

Österreichische Siege in Altmünster

Im Segelclub Altmünster sorgten die heimischen Teams für die rot-weiß-roten Höhepunkte der Woche. In der Klasse h26 sicherte sich Lokalmatador Alexander Mastnak gemeinsam mit Johannes Hamminger und Alexander Hocheneder den Gesamtsieg bei der internationalen Regatta. Ausschlaggebend war ein Wettfahrtsieg in der vierten und letzten Wettfahrt, mit dem die Crew die punktgleichen Deutschen Josef und Florian Schwarz noch abfangen konnte. Bronze ging an Georg Schöfmann und seine Mannschaft.

Auch in der zweiten in Altmünster ausgetragenen internationalen österreichischen Meisterschaft gab es einen österreichischen Triumph: Herbert Widmer-Lutz, Alessandro Köninger und Martin Schneider behaupteten sich knapp vor dem deutschen Team rund um Horst Rudorffer. Rang drei belegte die niederländische Crew um Jeroen Veraar.

H-Boote: Deutsche Dominanz in Ebensee

Im Segelclub Ebensee stand die internationale österreichische Staatsmeisterschaft der H-Boote auf dem Programm. Bereits zum Auftakt am Donnerstag konnten bei fairen Bedingungen drei Wettfahrten begonnen werden, ehe Regen und schwächelnder Wind den Zeitplan immer wieder durcheinanderbrachten.

Am Ende wurden insgesamt drei Wettfahrten gewertet. Den Gesamtsieg holte sich der Deutsche Tim Clausen mit seinem Team vor drei weiteren deutschen Booten. Bester Österreicher wurde Hans Joachim Schibany vom Segelclub Altmünster auf Rang fünf vor Lokalmatador Markus Watzinger.

Für die Vergabe des österreichischen Staatsmeistertitels reichten die drei Wettfahrten allerdings nicht aus; laut Reglement wären mindestens vier erforderlich gewesen.

Volle Felder und intensive Rennen in Gmunden

Im Union Yacht Club Traunsee wurde an mehreren Tagen bis in die Abendstunden gesegelt. Besonders am Samstag nutzten Wettfahrtleitung und Segler*innen das spät einsetzende Windsystem konsequent aus. Bei zwölf Knoten Durchschnittswind und Böen bis 22 Knoten konnten zahlreiche Wettfahrten absolviert werden.

Insgesamt wurden vier Regatten ausgetragen – mit drei österreichischen Gesamtsiegen:

  • In der Klasse ILCA 6 dominierte Anton Schwab die Konkurrenz und gewann sämtliche Wettfahrten.
  • Im ILCA 7 setzte sich Ernst Frauscher knapp gegen Franz Fellner und Clemens Eisert durch.
  • In der Zoom8-Klasse entwickelte sich ein enger Dreikampf zwischen Jakob Gsell, Emily Kargl und Emma Ebenhöh. Am Ende holte sich Gsell den Gesamtsieg.

Die Zoom8-Regatta galt zugleich als wichtiger Testlauf für die Europameisterschaft, die im Oktober ebenfalls vor Gmunden stattfinden wird.

Lediglich in der Klasse First 18 ging der Gesamtsieg ins Ausland: Die Slowenen Jure Jerkovic und Emanuel Vidmar entschieden die Serie für sich. Bestes österreichisches Boot wurde Angelika Stark auf Rang zwei.

Express, Kielzugvogel und Yardstick

Auch im SC Traunkirchen und beim ASKÖ Gmunden wurde trotz schwieriger Wetterbedingungen gesegelt. Im Segelclub Traunkirchen gewannen Marcel Geiger, Patrik Peer und Mario Geiger die Express-Wertung nach zwei Wettfahrten. In der Kielzugvogel-Klasse dominierten die deutschen Teams rund um Alexander Morgenstern und Tanja Seegelke. Beim ASKÖ Gmunden Segeln wurden Wettfahrten in den Klassen Surprise und Yardstick durchgeführt. Im Yardstick setzten sich Manfred und Ulrike Mokre durch, die Surprise-Klasse gewann Joseph Ascher mit Crew.

Mehr als nur Regatten

Neben dem sportlichen Geschehen blieb auch der gesellschaftliche Charakter der Traunsee Woche zentraler Bestandteil der Veranstaltung. Das traditionelle Segler*innenfest im Schloss Orth bot den idealen Rahmen für Begegnungen zwischen Nachwuchssegler*innen, internationalen Gästen, Funktionär*innen und langjährigen Regatta-Crews. Gerade darin liegt die besondere Qualität der Traunsee Woche: Spitzensport, Breitensport und Segel-Community verschmelzen hier für einige Tage zu einem großen gemeinsamen Treffen am Wasser.

Bericht: Profs

Fotos: Profs; Simon Hörmandinger